Tageslosung

Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!
Jesus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.
Gedanken zur Jahreslosung 2021
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Barmherzigkeit ist die Krönung
Ein starker Impuls für das neue Jahr. Er schießt fast über die biblische Grenze hinaus: Ihr sollt sein wie Gott – und trifft doch zugleich ins Schwarze: Seid barmherzig! Das ist Markenkern unseres Glaubens. Barmherzigkeit ist die herausragende Eigenschaft Gottes im Christentum – wie in Judentum und Islam. „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ Damit sagt Psalm 103 nicht etwas über Gott, das man auch einmal sagen könnte, sondern er sagt alles, was von Gott gesagt werden kann. Es gab Menschen, die wollten Gott erinnern: „…du musst auch gerecht sein, du musst die Bösen strafen!“ und Gott sagte: „Nein, ich bin Gott und nicht ein Mensch, ich schenke Barmherzigkeit, wem ich will“ (2. Mose 33,19).
Genau das hat Jesus mit uns vor. Seine vielleicht bekannteste Geschichte ist „der barmherzige Samariter“. Dieser Mensch ist einfach barmherzig.  Er braucht keine Sekunde, um zu entscheiden, was er tun will.  Andere hätten das nie von ihm gedacht, vielleicht nicht einmal er selbst, dass er als Samariter einem Juden hilft und sich dabei in Gefahr bringt. Er sieht den Verletzten. Er spürt den Schmerz. So ist es ja, wenn wir Menschen in Not sehen. Wir fühlen mit, wir wissen, es könnte mich genauso treffen. Doch dann darf es nicht beim Mitleid bleiben. Barmherzigkeit ist mehr als ein Gefühl. Es bedeutet hingehen, handeln, Geld ausgeben, vorsorgen.
Für manche klingt das naiv, als sei Barmherzigkeit etwas für Opfertypen. Die Bibel sieht es ganz anders. Barmherzigkeit macht uns zur Königin oder zum König: „der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit“ heißt es von Gott im Psalm 103. Diese Krone wird uns aufgesetzt im zweiten Jahr mit Corona. Diese Krone gegen Corona. Welche Methoden und Medikamente uns auch gegeben sind in der Pandemie, Barmherzigkeit werden wir immer brauchen: Mit Spannungen umgehen und Versagen; uns denen zuwenden, die uns brauchen; für die eintreten, die nicht mehr auftreten können.
„Sieben Werke der Barmherzigkeit“ zählt uns Matthäus vor (25,35), für jeden Tag, jede Woche im neuen Jahr eins. Und jeder siebte Tag sagt uns, dass wir an allen Tagen von Gottes Barmherzigkeit leben.  

Helmut Wöllenstein,
Propst in Marburg

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