Tageslosung

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Christus Jesus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.
Gedanken zum Monatsspruch Mai 2017
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Hier geht es zur Sache
Welche Suppe schmeckt denn nun furchtbarer, die versalzene oder die fade? Eigentlich sind sie beide ekelhaft, unbekömmlich, auf ihre Weise. Von einem Christenmenschen wird man nicht erwarten, dass er oder sie jemandem „die Suppe versalzt“. Das wäre ein Widerspruch zu der Freundlichkeit, die man zu Recht von jemandem erwartet, der sich von Gott (dem Guten) bewegen lassen möchte. Dass Christen fade seien, hält man ihnen jedoch oft vor. Fade wie: brav. Wie: bieder. Wie: lieb und gut meinend, aber zum Einschlafen herzlich und bemüht, lautet dann das Urteil. So ohne Ecken und Kanten und Spitzen. Glatt. Angepasst. Harmlos. Zu harmlos. 

Ich war mal im Meeresmuseum in Stralsund. Da gab es ein Becken mit lieben Fischen, die für ihr ausgeprägtes Sozialverhalten bekannt sind. Das interessierte kaum einen Menschen. Nebenan, bei den Piranhas, da standen die Leute! Da dachte ich: Aha!? Und möchte für diesen Monatsspruch anmerken: Schön, dass hier (ein bisschen mehr) Salz von uns erwartet wird. „Salz“ wie: Witz. Wie Schärfe auch. Salz lässt die Worte präzise schmecken. Und das sollten sie, wenn wir unseren Mund aufmachen. Da sollte jeder merken, hier geht es zur Sache. 

Freundlichkeit ohne Schärfe ist belanglos, lauwarm und seicht. Genau so, wie Schärfe ohne Freundlichkeit nur ätzend und zerstörerisch wäre. Auf das rechte Verhältnis kommt es an. Nehmen wir uns ein Beispiel an Jesus, wie man den Menschen zugewandt bleiben kann, und doch die Wahrheit sagen, auch wenn die oftmals nicht nach Marmelade schmeckt. Die entscheidende Prise Salz bzw. Schärfe bewirkt, dass jemand womöglich erst mal die Augen aufreißt, es sich dann aber „munden“ lässt. 

Das Evangelium ist so wenig ein „Hammer“
wie ein fader Brei, es ist das Lebens-Mittel schlechthin. Und wo wir gerade vom Würzen reden: Pfeffer kann auch nicht schaden, Chili, Rosmarin, Salbei, Basilikum. Überraschen Sie jemanden, der „nur Brot“ erwartet, mit einem Aroma von Koriander und Kümmel. Vielleicht sogar mal eine kleine Dosis Gift? Dadurch soll ja das Immunsystem angeregt, zur Tätigkeit provoziert werden. 

Pfarrer Gerhard Zinn,
Bad Zwesten/Fritzlar