Tageslosung

Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben.
Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.
Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2019
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Spenden gehört dazu
Am Ende seines Lebens möchte Tobias seinem Sohn Anteil haben lassen an seinen Lebenserfahrungen. „Gib Almosen!“ sagt er.

Ich erinnere mich an eine Karikatur, die ich einmal gesehen habe: Ein schwäbisches Ehepaar ist beim Wandern in der Schweiz in eine Gletscherspalte gefallen. Auf den Ruf: „Hier Schweizer Bergwacht!“, ruft es grimmig zurück: „Wir gäbe nichts!“ Ja, manchmal kommt es ganz anders im Leben, als man denkt! Da wird aus einem Geber ein Empfänger. Kann dies auch beim Almosengeben, beim Spenden sein?
Heißt das dann, wenn ich spende, gebe ich nicht nur, sondern empfange auch? Dazu ein Beispiel: Ein Mann konvertiert aus Liebe zu seiner Frau vom Christentum zum Islam. Nach der Hochzeit merkt der Mann, was er verloren hat, was ihm eigentlich sein Glaube bedeutet, wie ihm die Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde fehlt. Fortan spendet er seiner Gemeinde vor Ort, wo er nur kann. Die Verbundenheit kann und will er nicht aufgeben.
Almosen geben, spenden, hat also etwas mit Beziehung zu tun. Indem ich spende, drücke ich meine Verbundenheit mit der Kirche, dem Verein oder der Organisation aus. Außerdem heißt es in der Bibel auch im 2. Korintherbrief 9,7: „… denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Schließlich gibt es nur bei Gott, eine himmlische Rendite. Aber Spaß bei Seite!
Spenden gehört seit Urzeiten zum Christentum, Judentum und auch zum Islam. Leider geht die Spendenbereitschaft zurück und dies besonders bei den 35- bis – 50-Jährigen, der Generation X. Dabei tut Spenden gut. Es schafft Zugehörigkeit und stiftet Sinn. Es verbindet Geber und Empfänger. Wie heißt es so schön im Gesangbuchlied 632: „Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält.“  Und wenn man nicht so verbissen am Geld festhält, wie das schwäbische Ehepaar, das in die Gletscherspalte gefallen ist, kann man unverhofft auch zum Beschenkten werden.

Pfarrerin Kerstin Gütgemann,
Homberg