Tageslosung

Dein, HERR, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Ruhm und die Hoheit. Denn alles im Himmel und auf Erden ist dein.
Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
Gedanken zum Monatsspruch Juni 201
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 Wenn Worte das Leben versüßen
„Mensch, das geht wie Honig runter!“, sagen wir manchmal, wenn uns unverhofft etwas Schönes gesagt wird. Eine Nachricht, die richtig gut tut, ein überraschendes Kompliment oder eine unerwartete Wertschätzung – und schon erhellt sich unsere Seele, so dass sie singt und jubelt. Und aus müden und maroden Gliedern kann die lähmende Trägheit weichen. Was schwer auf der Seele lag, fliegt dann leicht davon. Und im Körper werden ungeahnte Kräfte frei. Da bleibt keiner trübsinnig in der Ecke liegen. Sogar Musik und Tanz liegen nun in der Luft. Und das alles, weil einer freundlich mit uns spricht. „Mensch, das geht wie Honig runter!“
Toll, dass es das tatsächlich gibt! Dass ein Mensch freundliche Worte für einen anderen hat, die diesem „süß für die Seele“ sind und dazu „heilsam für die Glieder“, wie es dieser Monatsspruch wortwörtlich sagt.
Denn das ist keineswegs selbstverständlich. Wie oft sind wir derart in den Alltag eingebunden, dass wir mehr darauf achten, ob alles reibungslos funktioniert und jeder seinen Teil dazu beiträgt, als freundlich miteinander zu reden. Schön, wenn hier wenigstens ein „Danke“ gang und gäbe und immer wieder mal auch ein Lob drin ist. Nicht nur der allzu leicht über die Lippen gehende Tadel, wenn mal etwas schief geht.
Aber hier geht es für mich um noch viel mehr. In diesem Weisheitswort ist nämlich zu ahnen, wie uns Gott hinein nimmt in sein heilsames Wirken. Er, der uns mit seinem Wort würdigt und nicht auf Fehlbarkeit und Schuld behaftet, der hat auch in uns die Gabe der Rede hineingelegt, die anderen das Leben versüßen und heilsam auf sie wirken kann.
Wie toll wäre es da, würden wir uns genau daran Tag für Tag erinnern und mit einem gleichsam göttlichen Blick füreinander im freundlichen Reden üben. Auch dann, wenn es halt doch mal Ärger gibt, der an- und ausgesprochen werden muss. Freundlichkeit schließt ja Ehrlichkeit nicht aus. Im Gegenteil. Und wenn beides zusammen kommt, geht das vielleicht noch umso mehr „wie Honig runter“. 

Pfarrer Frank Bolz,
Kassel